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Magazin für Männer im Aufbruch.

Was Männer hören.<br> Mehr auf Vinyl.

Hier finden Männer Tipps für mehr Leben und weniger Stress,
laute Musik für leise Tage und Erfrischendes gegen Durchhänger.


Was Männer hören.
Mehr auf Vinyl.

Bevor Retro cool wurde.

Als Ende der Achtziger Schallplatten begannen ein Schattendasein zu führen, auf Dachböden verräumt bzw. auf Flohmärkten verramscht wurden, entstand weiterhin Musik, die sich auch auf Vinyl gut gemacht hätte. Gibt’s jetzt wieder.

Eine Auslese auf Vinyl.

Für dein Plattenregal. Gegen Midlife-Blues.

1. The Cult: Sonic Temple (1989)

Als Retro noch nicht cool war, spielten The Cult ein cooles Retro–Album ein. Hier ließen Gitarristen noch die Arme wie Windmühlenflügel kreisen, schwitzten Bassisten Blut und Wasser, schüttelten Sänger ihre Mähne. Alles auf dem psychedelischen Cover verewigt.

2. Sonic Youth, Goo (1990)

Indie goes Industrie. Damals nicht mehr verurteilt, aber noch misstrauisch beäugt. Sonic Youth‘ erstes Album bei einer großen Plattenfirma schert sich einen Dreck darum und zeigte, wie man sich treu bleibt. Z.B. Songs über die Magersucht von Karen Carpenter auf die Platte zu bringen. Cooles Cover von Raymond Pettibon.
Bester Song: Tunic

3. The Strokes: Is this it (2001)

Das hatte sich nach Kurt Cobain lang keiner mehr getraut: schrammeliger Garagenrock von New Yorker Hipstern aus gutem Hause. E—Gitarren waren doch noch nicht tot. Klang jetzt aber wieder wie Velvet Underground.
Mit „Last Nite“, dem voll unkorrekten Macker —Song: „Baby, hör auf zu nerven, sonst bin ich weg.”

4. Johnny Cash, American Recordings IV: This Man Comes Around (2002)

Die Jungen verbeugen sich vor dem Alten und der Alte vor den Jungen. Der Mann in schwarz zeigt, dass der Blues in allem steckt. Ob Industrial–Rock a la Nine Inch Nails oder Synthie–Sound von Depeche Mode, Johnny Cash legt die Wurzeln frei. Und alle singen mit.
Schönster Song: We‘ll meet Again.

5. Nick Cave & The Bad Seeds, Dig Lazarus, dig (2006)

Nick Cave bereichert seine Enzyklopädie der Sünder, Verlierer und Leprösen um einen weiteren Prachtband, den er nach deren Schutzheiligen benennt. Die Bad Seeds scheppern dazu nach dem Abgang von zwei Gründungsmitgliedern in leicht verändertem Stil, aber immer noch mit dem besten aus Blues, Punk und Krach. Diese Band machte schon seit langem keine schlechten Platten mehr.
Bester Song: Alle

6. Amy Winehouse, Back To Black (2006)

Wie eine Blendgranate schlug sie in die Musikszene ein. Tolle Ausstrahlung, tolles Songwriting und am allertollsten die Stimme. Lauter Ohrwürmer im coolen Vintage–Soul—Sound. Leider schaffte sie es wie einige andere ebenfalls nicht, die für Rockstars magische Altersgrenze von 27 Jahren zu überschreiten.
Bester Song: Tears Dry On Their Own.

7. Gossip, A Joyful Noise (2012)

„Was will der mit der Dicken?“, fragten sich einige, als Karl – King of cool der Mode – Lagerfeld sie als seine Muse präsentierte. Das brachte Schönheitsideale zum Tanzen. Manche Schönheiten übrigens auch. Beth Ditto erledigte das mit unwiderstehlichen Gesangs—Hooks und einer Botschaft als Aufklärerin des 21. Jahrhunderts: Habe Mut, dich deiner Möglichkeiten zu bedienen! Aussehen ist relativ.
Ermutigendster Song: Perfect World.

8. David Bowie, The Next Day (2013)

Das Spätwerk wird sträflich unterschätzt wie auch seine vorletzte Platte. Hier wird noch mal alles geboten, was The Thin White Duke in seiner gesamten Karriere durchprobierte, dabei zwischen Resignation und Altersstarrsinn pendelnd. Hängen bleibt das Bild aus dem ersten Song, wie auf den Galgen schon der Schatten des Baumes fällt, auf dem der alte Bowie noch sitzen bleibt. An diesem Tag, dem nächsten und auch noch an einem weiteren Tag.
Coolstes Gitarrensolo: Earl Slick in „How does the Grass Grow?“

9. Sleaford Mods, Divide and exit (2014)

Right in The Face — Partymusik für die Abgehängten. Was mache ich, wenn ich auch mit Drittjob nicht die nächste Etage mit der Rolltreppe erreiche? Vor allem, wenn sie in die entgegen gesetzte Richtung läuft? Soll man das etwa noch twittern?
Lieblingstextzeile: „The smell of piss is so strong, it smells like decent bacon.“

10. P.J. Harvey: The Hope Six Demolition Project (2016)

Ein Reisealbum in die Regionen, die unserer Gesellschaft besondere Sorgen bereiten: Afghanistan, Balkan, soziale Randgebiete. So sieht der Protestsong des 21. Jahrhunderts aus. Einen Reim dazu muss sich jeder selber machen.

Be stoned. Musik zum Zudröhnen. Wenn deine Stimmung auf dem Tiefpunkt ist, holt sie dich raus. Die Scheibe auf den Teller, den Regler auf Vollgas und rein in den Rausch. Hilft fast immer.

Deine Sitmmung ist auf dem Tiefpunkt?

Selbst die lautestet Musik holt dich nicht aus Blues? Was war, ist nicht mehr und was wird, weißt du nicht? Mal reden wäre cool?
» MAL REDEN

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Das war Nummer 2 unserer Vinyl-Tipp-Serie. Wir legen nach mit deiner Unterstützung. Was gehört für dich unbedingt ins Plattenregal? Schreib’ es in den Kommentar! Dankeschön! 🙂

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